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Astrolabium 17. Jahrhundert Messing, graviert H 19 cm (Halbkreis mit Ring); B 24,6 cm (Diameter) Inv. Nr. StMGö.WI. 1905.192
Das Astrolabium entwickelte sich ausgehend von antiken Instrumenten in der frühen Neuzeit zu einem vielseitigen Gerät für die Astronomie und Vermessung. Mit ihm konnten Kalenderdaten ermittelt und die Zeit gemessen werden. Häufig war es kunstvoll verziert, wie dieses Exemplar mit Akanthus- und Rosettenornamenten. Die eingravierte Signatur „Le Febvre A Paris“ könnte auf den französischen Astronomen Jean Le Fèvre hinweisen. Mit der Entwicklung präziserer Instrumente wie dem Sextanten verlor das Astrolabium im 18. Jahrhundert seine praktische Anwendung und fungierte nur noch als Sammlungsstück.
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Himmelsglobus 1699 Holz, Metall H 61 cm; D 35 cm (Kugel) Inv. Nr. StMGöWI. 1892.045
Der prunkvolle Himmelsglobus wurde von dem Astronom Erhard Weigel (1625-1699) gestaltet. Aus dessen Werkstatt in Jena gingen Globen an zahlreiche Orte in Europa, darunter ein mit Diamanten geschmückter Silberglobus an den kaiserlichen Hof in Prag. Das Göttinger Exemplar zeigt den kaiserlichen Doppeladler und Sternbilder in phantasievoller heraldischer Darstellung, die Weigel den traditionellen Sternbildern hinzufügte. Vermutlich gelangte der Himmelsglobus aus dem Nachlass des reisenden Kenners, Sammlers und Mäzens Johann Friedrich von Uffenbach (1687–1769) nach Göttingen.
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Ellipsograph Erste Hälfte 18. Jahrhundert Messing L 20 cm; D 10,8 cm Inv. Nr. StMGö.WI. 1909.068
Durch die Spezialisierung der Wissenschaften wurden zu Beginn des 18. Jahrhunderts zunehmend auch besondere Zeichengeräte benötigt. Dieser Ellipsograph wurde entwickelt, um präzise Ellipsen zu zeichnen, wie sie in der Mathematik, Astronomie und Technik gebraucht wurden. Dazu wurde ein Stift an einem Ende eines Metallstabes befestigt, der in senkrecht zueinanderstehenden Schienen entlang einer runden Grundplatte läuft. Durch das Bewegen des Zeichenstabes beschreibt dessen Spitze eine Ellipse. Ursprünglich an der Universität genutzt, gehörte dieses Zeichengerät später der Gewerbeschule, wo es in der technischen Ausbildung Anwendung fand.
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Armillarsphäre 18. Jahrhundert Messing, Holz H 16 cm; D 7,8 cm (Fuß) Inv. Nr. StMGö. WI. 1909.069
Die Armillarsphäre, ein dreidimensionales Modell des Himmelsgewölbes zur Demonstration der Himmelsbewegungen, war bis zur Auflösung des Physikalischen Kabinetts 1849 Teil der universitären Lehrsammlungen und gelangte danach an die neu gegründete Gewerbeschule. In dem astronomischen Lehrmodell befindet sich die Erde als kleine Kugel in der Mitte und weist die bis zum Himmelspol weisende Erdachse auf. Die Armillarsphäre veranschaulicht die wichtigsten astronomischen Phänomene wie die Erdachsenneigung, den Äquator, Horizont, die Bewegung des Tierkreises und Wendekreise.
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Quecksilberniveau um 1792 Holz, Elfenbein, Messing, Glas, Kork und Siegelwachs H 3 cm; B 3 cm; L 28,7 cm Inv. Nr. StMGö.WI. 2014.058
Das Quecksilberniveau ist ein präzises Instrument zur exakten Ausrichtung von Objekten und besteht aus einem Okular und einem Objektiv. Die Ausrichtung erfolgt durch auf Quecksilber schwimmende Würfel aus Elfenbein, die als Indikatoren dienen. Das Gerät wurde 1792 auf Initiative von Gotthard Christoph Müller (1740-1803) in Auftrag gegeben, der als Dozent für Mathematik und Militärwissenschaften bei Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) tätig war. Gefertigt wurde das Quecksilberniveau von Johann Franz Riepenhausen, dessen Vater bereits im 18. Jahrhundert in Göttingen den Titel eines „Universitätsmechanikus“ trug.
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Elektrisiermaschine Anfang 19. Jahrhundert Holz, Glas, Leder H 150 cm; B 33,8 cm; L 73 cm Inv. Nr. StMGö.WI. 1897.467
Elektrisiermaschinen wie dieser 1,5 Meter hohe Apparat dienten in der frühen Lehre der Elektrizität experimentellen Versuchen. Das Instrument befand sich ursprünglich im Besitz der Stadtschule, die 1877 zum Königlichen Gymnasium erhoben wurde, dem heutigen Max-Planck-Gymnasium. Durch das Drehen der Glasscheibe mittels einer Kurbel und der dadurch erfolgten Reibung an den Lederkissen lädt sich die Scheibe auf. Die entstehende elektrische Spannung wird beim Berühren der Maschine spürbar, sofern die experimentierende Person auf einem isolierten Untergrund steht.
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Modell eines menschlichen Auges Gefertigt von Johann Beyer 1724 Holz, Glas H 28,5 cm; D ca. 19 cm; Unterteil D: 8,5 cm Inv. Nr. StMGö.WI. 2014.071
Das vom Hamburger Astronom Johann Beyer (1673–1751) geschaffene Modell des menschlichen Auges zeichnet sich durch seine besondere Konstruktion aus, die die Funktionen und Bewegungen des Organs imitieren. Anstelle der Netzhaut besitzt es eine Mattscheibe und kann durch das Platzieren eines kleinen Spiegels hinter der Vorrichtung auch als Camera obscura genutzt werden. Das Göttinger Augenmodell stammt aus dem Nachlass von Johann Friedrich von Uffenbach (1687–1769), dessen Sammlung an wissenschaftlichen Instrumenten er der neugegründeten Universität in Göttingen vermachte.
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Aderlassinstrumente 18. Jahrhundert Metall, Leder B 5,5 cm (Schnepper) Inv. Nr. StMGö.WI. 1904.799
Diese Holzschatulle enthielt ursprünglich zwei Aderlassinstrumente, sogenannte Schnepper, die zum Anritzen der Haut für den Aderlass verwendet wurden. Erste mechanische Instrumente dieser Art entstanden gegen Ende des Mittelalters und ahmten das Verfahren der Blutegel nach, die mit ihren Zähnen die Haut anritzen, um Blut zu saugen. Der Aderlass mit Schröpfschneppern fand seine größte Verwendung im 19. Jahrhundert, bis hygienischer Bedenken aufkamen, da der innen liegende Mechanismus nur schwer zu reinigen ist.
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Geburtszange 1950er Jahre Eisen, verchromt B 12,5 cm; L 39 cm Inv. Nr. StMGö.WI. 2007.131
Bereits im 18. Jahrhundert gehörte die Geburtsmedizin zur medizinischen Ausbildung in Göttingen, wo mit dem Accouchierhaus vermutlich die erste akademische Geburtsklinik entstand. Hier konnten Medizinstudenten, Hebammenschülerinnen und Ärzte ihr Wissen in der Geburtshilfe erproben, indem sie Untersuchungen und geburtshilfliche Eingriffe durchführten. Die Geburtszange, ein wichtiger Meilenstein in der Geburtshilfe, wurde zur Unterstützung bei schwierigen Geburten entwickelt. Dieses Exemplar stammt aus den 1950er Jahren und spiegelt den technischen Fortschritt in der Geburtsmedizin wider.
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Desinfektionsapparat 19. Jahrhundert Kupfer, Aluminium, Messing H 33,5 cm; Durchmesser unterer Teil: 15,5 cm Inv. Nr. StMGö.WI. 1904.721
Desinfektionsapparate, wie dieses Modell wurden in Göttingen zur Sterilisation medizinischer Instrumente verwendet. Ab 1885 kam der kleine Apparat zum Einsatz, der mithilfe von heißem Dampf eine Desinfektion ermöglichte. Er besteht aus fünf ineinander gesteckten Teilen und verfügt im unteren Bereich über einen Messinghahn zur Dampfabführung. Der Desinfektionsapparat spiegelt die fortschreitende Entwicklung der Hygienepraktiken in der Medizin wieder. Mit Max von Pettenkofer wurde in München 1865 die erste Professur für Hygiene eingerichtet. Sein Einfluss reichte bis nach Göttingen, wo Pettenkofer als auswärtiges Mitglied in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen wurde.
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