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Die neue Aula der Universität Johann Georg Friedrich Besemann (1796-1854) um 1837 Federzeichnung und Aquarell Blattmaß H 28,7, B 42,1 cm Inv.Nr. StMGö.GR.1911.221
Aus dem Konvolut von aquarellierten Ansichten der Stadt Göttingen und seiner Umgebung Besemanns zeigt dieses Blatt die von 1835 bis 1837 erbaute neue Aula der Georg-August-Universität Göttingen am damaligen „Neuen Markt“, dem heutigen Wilhelmsplatz. Offiziell ist das klassizistische Gebäude zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingeweiht, da das von der Stadt anlässlich der Einweihung aufgestellte Denkmal für König Wilhelm IV. von Großbritannien und Hannover noch fehlt.
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Die Göttinger Sieben 1837/1838 Lithografie nach einer Zeichnung von Carl Rohde (1840-1891) Blattmaß H 54,3 cm, B 42,8 cm Inv.Nr. StMGö.GR.1977.033
Das Gruppenportrait aus dem 19. Jahrhundert zeigt Brustbilder der Göttinger Sieben in unterschiedlichen Profilansichten. Ernst August (1771-1851), König von Hannover, veranlasste 1837, dass die erst 1833 verabschiedete Verfassung wieder aufgehoben wurde. Dagegen protestierten die sieben liberalen Professoren der Göttinger Universität. Als Konsequenz wurden sie entlassen, drei des Landes verwiesen. Allen freiheitlichen Kräften galten sie fortan jedoch als politisches Vorbild.
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Karikatur Unbekannter Künstler Aquarell, Feder, Graphit und Gouache 4. Viertel 18. Jahrhundert Blattmaß H 43,6 cm, B 25,5 cm Inv.Nr. StMGö.GR.1920.053
Das Einzelblatt ist eines der herausragenden Blätter zur Universitätsgeschichte innerhalb der grafischen Sammlung. Die Karikatur verweist in vielen einzelnen Szenen auf eine kritische Haltung mit Blick auf den Lehrbetrieb in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Während das Kuratorium schläft, die Studenten ungezwungen agieren, befinden sich unten links zwei Professoren im Konkurrenzkampf. In Sprechblasen sind Hinweise auf die relevanten Themen der jeweiligen die Person vermerkt.
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Jacob Grimm im Vorlesungssaal Ludwig Emil Grimm (1790-1863) Dat. 28. Mai 1830 Federzeichnung Blattmaß H 22,2 cm, B 26,7 cm Inv.Nr. StMGö.GR.1921.231
1829 wurde Jacob Grimm (1785-1863) als Professor für Altertumswissenschaft und zweiter Bibliothekar an die Universität Göttingen berufen. Die Szene zeigt Jacob Grimm, der sein erstes ‚Colleg‘ „Über deutsche Rechtsalthertümer" im Hörsaal seines Wohnhauses hält. Zusammen mit seinem Bruder Wilhelm Grimm (1786-1859) bewohnte er ein Haus in der Goetheallee 6 (alte Haus-Nr. 923 a). Viele Details der Zeichnung erzeugen den Eindruck einer Momentaufnahme. Texte an Tafel und Wand („Fürsten hiesen im Mittelalter die Edelfreien“), geben Hinweise auf den Lehrinhalt und den Alltag des Unterrichts.
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Porträt von Georg Christoph Lichtenberg Johann Ludwig Strecker (1721 - 1799) vor 1791 Pastell Blattmaß H 27,5 cm, B 17,5 cm Inv.Nr. StMGö.GR.1925.064
Das Brustbild zeigt Georg Christoph Lichtenberg, der als erster deutscher Professor für Experimentalphysik und zudem als Meister des deutschsprachigen Aphorismus gilt. Lichtenberg studierte 1763 Mathematik und Physik an der Georg-August-Universität Göttingen, und wurde 1775 auf die Professur für Mathematik, Astronomie und Experimentalphysik berufen. In den Räumlichkeiten der Gotmarstraße 1, dem heutigen „Göttinger Künstlerhaus“, hielt er im 3. Geschoss zur Prinzenstraße gewandt, jene bald in ganz Europa berühmten Vorlesungen über Experimentalphysik.
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Neujahrsgruß Elsa Hoppe (1901-1992) 1950-1982 Farblinolschnitt Blattmaß H 18,2, B 13,8 cm Inv.Nr. StMGö.GR.1982.128
Die als Grafikerin und Malerin tätige Künstlerin tritt ab 1930 in Göttingen vor allem als Landschaftsmalerin hervor. Die Darstellung eines Neujahrsgrußes weist die für Elsa Hoppe typische dynamische Lebendigkeit mit einfachen Formen auf. Die Künstlerin hat mit ihren vielfältigen Werken das künstlerische Leben in Göttingen maßgeblich geprägt. Im Sammlungsbestand des Städtischen Museums befinden sich zahlreiche Blätter und Aquarelle, die überwiegend durch Schenkungen in den Bestand gekommen sind.
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Gottfried August Bürger, Leonore vortragend vor dem Göttinger Dichterbund Unbekannter Künstler späteres 19. Jahrhundert Lithographie H 38,5 cm, B 47,9 cm Inv.Nr. StMGö.GR.1925.188
Gottfried August Bürger (1747–1794), seit 1784 in Göttingen ansässig, war ein bedeutender Dichter in der Epoche der Aufklärung. Seine Ballade „Leonore“ entstand 1773/1774 in Gelliehausen, Landkreis Göttingen. Die Szene zeigt Bürger auf der linken Seite in theatralischer Haltung vor einer Personengruppe. Die Dargestellten gehörten dem 1772 gegründeten Göttinger Hainbund an, dem sich Bürger auch wegen der dort vorherrschenden Verehrung des Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) eng verbunden fühlte.
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Vision Raffaels Tafel VIII aus „La vie de Raphaèl Sanzio d’Urbino, représentée sur douze estampes […]“ Stecher: Carl Barth, Gottfried Rist, Friedrich Schultze Zeichner: Johannes Riepenhausen (1787-1860), Franz Riepenhausen (1786-1831) Verleger: Johannes Scheible 1838 Radierung und Kupferstich Blattmaß H 44,2 cm, B 52,3 cm Inv.Nr. StMGö.GR.1973.019
Die Darstellung beruht auf der Legende, Raphael (1483-1520) habe das Gemälde der „Sixtinischen Madonna“ (1512) nach dem Traumbild der Muttergottes geschaffen. Johannes und Franz, Söhne und Schüler des an der Göttinger Universität tätigen Kupferstechers Ernst Ludwig Riepenhausen (1762-1840) lebten ab 1805 in Rom. Sie befassten sich intensiv mit Raphaels Kunst und Lebensweg. Nach dem Tod seines Bruders 1831 überarbeitete Johannes diese Serie und fügte ihr Lebensstationen Raphaels hinzu. 1833 erschien der zwölfteilige Zyklus in Rom, 1835 schließlich die deutsche Ausgabe bei Gebrüder Rocca in Göttingen / Berlin.
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Am Leinekanal Friedrich Besemann (1796-1854) um 1820 Federzeichnung, aquarelliert H 21,8 cm, B 34,6 cm Inv.Nr. StMGö.GR.1933.023
Der Blick nach Süden zeigt das heute stark veränderte Areal zwischen Goetheallee und der Straße Am Leinekanal. Im Vordergrund links ist das als Londonschänke 1735-37 errichtete, nach seinem zweiten Besitzer, dem Theologen und Orientalisten Johann David Michaelis (1717-1791), benannte Wohnhaus dargestellt. In der Bildmitte verbindet die Brücke den Papendiek mit der heutigen Goetheallee, die zum 1739-41 entstandenen Wohnhaus des Textilunternehmers Johann Heinrich Grätzel führt. Das Grätzelhaus ist eng mit der über 130-jährigen Geschichte des Städtischen Museums verbunden. Hier war in sechs Räumen die von dem Göttinger Professor Moritz Heyne (1837-1906) gegründete und seit dem 1. Oktober 1889 zugängliche „Städtische Alterthümersammlung“ untergebracht. Von dort zog die Sammlung zunächst in die Burgstraße 13 und 1897 schließlich an den Ritterplan 7-8, den letzten erhaltenen Renaissance-Adelssitz Göttingens.
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Der Markt zu Göttingen - Stammbuchblatt aus dem Stammbuch des Georg Friedrich Stünkel 1815 Radierung mit Goldschnitt Verleger: Johann Carl Wiederhold (1743-1826) Stecher: Daniel Ludwig Wallis (1792-1836) H 10,3 cm, B 16,5 cm 1938 unrechtmäßig entzogen, seit 2014 als Dauerleihgabe der jüdischen Familie Hahn im Bestand Inv.Nr. StMGö.GR. 1938.147.DLG
Das Stammbuchblatt zeigt das Alte Rathaus, den Marktplatz mit Brunnen, flankierende Fachwerkhäuser und Staffagefiguren. Im 18. Jahrhundert waren Stammbuchblätter als Ausdruck der Freundschaft beliebt und wurden in großer Zahl gedruckt. Besonders verbreitet in universitären Kreisen, boten sie Raum für Widmungen, Sinnsprüche oder Zitate. Um 1750 fertigte und vertrieb der Göttinger Universitäts-Kupferstecher Daniel Heumann (1691-1759) Blattvorlagen äußerst erfolgreich mit Abbildungen in Postkartengröße. Als Ergebnis der Provenienzforschung am Städtischen Museum wurde diese Grafik mit weiteren Objekten 2014 an die Nachkommen der jüdischen Familie Hahn restituiert. Sie überließ das Konvolut dem Museum dankenswerterweise als Dauerleihgabe.
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