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Hochzeitsring 19. Jahrhundert (?) Messing H 1 cm, Dm 2,4 cm Inv.Nr. StMGö.JC.1893.003
Der innen glatt und außen reliefiert gearbeitete Fingerring zeigt zwischen sich wiederholenden Zierelementen die hebräischen Buchstaben מזל טוב, d.h. mazal tov ("Glückliches Zeichen" bzw. "Glückwunsch"). Bei einer jüdischen Hochzeit wird die Heirat durch das Aufstecken eines Ringes auf den rechten Zeigefinger vollzogen. Der Bräutigam spricht dabei die Worte: "Du bist mir geheiligt mit diesem Ring nach den Gesetzen Mose und Israels". Der Ring stammt aus der Familie von Max Frank, der in der Theaterstraße 25 in Göttingen ein Bankhaus führte.
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Schabbat-Hängeleuchter 1788 Messing, gegossen H 44 cm (mit Tropfschale) Inv.Nr. StMGö.JC.1897.296
Der aus drei Komponenten (Schaft, Ölbehälter und Tropfschale) zusammengesetzte Hängeleuchter stammt aus Wöllmarshausen, einer kleinen jüdischen Landgemeinde im Gartetal bei Göttingen. Eine derartige Lichtquelle kam am Schabbat und anderen jüdischen Feiertage zum Einsatz. Der mit Öl gefüllte Leuchter wurde mit einer verstellbaren Säge, die nicht erhalten ist, an der Raumdecke aufgehängt und vor Beginn des Schabbats entzündet, da an diesem Tag Feuermachen für fromme Juden nicht erlaubt ist. Der Leuchter kam über den 1893 gegründeten Deutsch-Israelitischen Verein Göttingen ins Städtische Museum.
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Wandleuchter 1820 Messing, Kupferlegierung H 61 cm, B 34 cm Inv.Nr. StMGö.JC.1898.727
Eine ovale Platte mit einem umlaufenden getriebenem Granatapfelmotiv wird von einer Muschel in Treibarbeit überhöht. Drei Tüllen mit Dochtschalen sind über eine Steckverbindung am unteren Rand angebracht. Durch die konvexe Wölbung des Mittelfeldes konnte eine Lichtbrechung erreicht und die Intensität verstärkt werden. Im Mittelfeld befindet sich die gravierte hebräische Stifterinschrift: "Itzik, Sohn des ehrenwerten Herrn Mendel Basch (oder evtl. Bosch) aus Fürth, im Jahr 580 (1820), nach der kleinen Zählung". Die Provenienz ist bislang nicht geklärt.
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Tafelaufsatz für das Pessachfest um 1850 Metall, lackiert H 31 cm, Dm 45,5 cm Inv.Nr. StMGö.JC.1899.270
Dieser große Tafelaufsatz aus lackiertem Metall mit reicher Blumenbemalung stellt aufgrund des Materials und der Ausformung eine Besonderheit dar. Bislang sind keine vergleichbaren Stücke bekannt. Zum Auftakt des Pessach werden am Sederabend rituelle Speisen zumeist auf Tellern gereicht, die symbolisch an die Befreiung des jüdischen Volkes aus der Sklaverei in Ägypten erinnern sollten. Die in Goldgelb aufgebrachte hebräische Schrift gibt den Ablauf des Sederabends in Stichworten an (hebr. Seder, "Ordnung"). Der Tafelaufsatz kam aus einem jüdischen Privathaushalt ins Städtische Museum.
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Tora-Schild um 1690 Silber, Gold; gegossen, genietet, vergoldet, gewalzt, verlötet H 14,5 cm, B 13 cm Inv.Nr. StMGö.JC.1900.1367
Das Tora-Schild (hebr. tas) ist Teil der Schmuckelemente für die Tora-Rolle, die mit den verzeichneten Fünf Büchern Mose der zentrale religiöse Gegenstand in der Synagoge ist. Die Darstellungen auf dem vorliegenden Tora-Schild gehen auf die traditionelle Ikonographie zurück. Die Löwen stehen für die Glaubensstärke und den israelitischen Stamm Juda, die zwei Säulen für die beiden gewundenen Säulen (Boas und Yachin) des Salomonischen Tempels in Jerusalem. Die Krone als Tugendsymbol bezeichnet Gott im Allgemeinen, auch den Hohepriester des Tempels und Verdienste im religiösen Lernen und frommem Verhalten. Die Gesetzestafeln weisen auf die Offenbarung der Tora im Sinai und den Bund mit Gott hin. Das Tora-Schild ist das einzige Objekt der Judaica-Sammlung, dessen Verbleib während der NS-Zeit belegt ist. Zusammen mit anderen Metallobjekten des Städtischen Museums befand es sich im Tresor der Göttinger Sparkasse.
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Chanukka-Leuchter 19. Jahrhundert Ton, modelliert, glasiert H 23 cm, B 26,5 cm, T 8 cm Inv.Nr. StMGö.JC.1947.130
Ein herausragendes Stück aufgrund seiner Materialität ist dieser in Ton gearbeitete Chanukka-Leuchter. Er ist als Bank-Typ ausgeführt mit einer Standfläche zum Auffangen des tropfenden Öls und einer verzierten Rückplatte, die oben zwei kleine Löcher als Aufhängvorrichtung zeigt. In gelbgrüner Glasur sind links ein acht- und rechts ein siebenstrahliger Stern aufgemalt, die ein aufrechtstehendes palmblattartiges Pflanzenmotiv rahmen. Der Leuchter stammt aus dem Kunsthandel.
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Bessamim-Büchse nach 1868 Silber, teilvergoldet, gegossen, getrieben, Silberfiligran H 20,5 cm Inv.Nr. StMGö.JC.1960.024
Bessamim-Büchsen (von hebr. besamim, "wohlriechende Substanzen") werden zur Hawdala-Feier am Ende des Schabbats oder eines Feiertages gebraucht. Ältere Formen sind als schlichte Kästchen ausgeführt; ab dem 16. Jahrhundert finden sich Turm-Typen wie das hier vorliegende Objekt, das einen Kubus in Silberfiligranarbeit mit pyramidalem Dachaufsatz und Fähnchenbekrönung zeigt. Die Silbermarken (Stadtmarke von Brünn, nach 1868, und der Landesmarke Österreich-Ungarn, 1867-1871) verweisen auf eine Entstehung des Objekts im Zeitraum zwischen 1868 und 1871. Die Herstellermarke EE ließ sich bislang nicht entschlüsseln.
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Kiddusch-Becher Ende 19. Jahrhundert Silber H 6,5 cm, B (Lippenrand) 5,6 cm Inv.Nr. StMGö.JC.1986.219
Der Kiddusch (hebr. für "Heiligung"), der Segen über einen Becher Wein, wird zum Schabbat und anderen religiösen Feiertagen ausgebracht. Die Wandung des in konischer Form gearbeiteten Bechers zeigt eingravierte Stadtansichten, die von Pflanzenranken umschlungen werden. Eine der Ansichten wird in hebräischen Buchstaben mit "Hebron" untertitelt. Die Silbermarken machen eine Datierung ins späte 19. Jahrhundert möglich. Der Kiddusch-Becher wurde Mitte der 1980er Jahre im Kunsthandel in Jerusalem angekauft.
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Tora-Wimpel 1690 Leinen in Leinwandbindung, Seide, Metallfäden L 363 cm, B 16,5 cm Inv.Nr. StMGö.JC.2011.270
Tora-Wimpel werden aus den Beschneidungswindeln des Jungen hergestellt. Die oft reich bestickten und ab dem 18. Jahrhundert auch bemalten Wimpel weisen Namen des Jungen, Geburtsdatum und formelhafte Wünsche für einen gottgefälligen Lebensweg auf. Dieser Wimpel ist der älteste aus der Sammlung des Städtischen Museums. In kräftigen, leuchtenden Farben sind verschiedene Blumen, Ornamente, Tiere und Buchstaben aufgestickt. Durch die Stickereien kann ein Junge namens Nathan, Sohn des Abraham, benannt werden, der im Sternzeichen des Wassermanns geboren wurde. Das versinnbildlichen ein Eimer und ein Wasserträger. Als weitere Figuren können Moses mit den Gesetzestafeln und ein Brautpaar identifiziert werden. Der Wimpel gehört zum ältesten Teil der Sammlung und kam vor 1917 ins Museum.
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Tora-Wimpel 1772 Leinen in Leinwandbindung, bemalt L 330cm, B 21,5 cm Inv.Nr. StMGö.JC.1917.335.5
Dieser für Joseph, Sohn des Jacob, gearbeitete Wimpel kann einer Person unmittelbar zugeordnet werden. Joseph Gumprecht wurde am 2. Juli 1772 in Göttingen geboren und verstarb am 1. Januar 1838 in Hannover. 1793 wurde er zum Dr. med. promoviert und war von 1799 bis 1806 als Privatdozent für Arzneikunde und Geburtshilfe in Göttingen tätig. Die bekrönte Kanne weist Joseph als Leviten aus. Sein Sternzeichen in der Mitte des Wimpels zeigt einen Krebs in einem Lorbeerkranz. Weiterhin dargestellt ist ein Brautpaar in zeitgenössischer Kleidung des 18. Jahrhunderts unter einem Traubaldachin in dem Moment, in dem der Bräutigam der Braut den Trauring überreicht.
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