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Altarfragment Heinrich Heisen (um 1480/90–1553/54) 1524 Öl und Gold auf Holz H 123 cm, B 78 cm Inv.Nr. StMGö.GM.1892.112
Die Tafel gehört zum ehemaligen Hochaltar der Marienkirche und war eines der letzten Altarwerke, die vor der 1529 eingeführten Reformation in Göttingen entstanden. Der Künstler Heinrich Heisen fertigte die Malereien, sein Schwager Bartold Kastrop die Bildschnitzereien an. Die vorderseitige Darstellung zeigt Josef auf der Flucht nach Ägypten, die rückseitige „Ecce Homo“. Ein weiteres, zugehöriges Fragment mit der reitenden Maria wird noch heute in der Göttinger Marienkirche verwahrt.
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Belagerung Göttingens von 1626
Justus Münch d. Ä. (um 1620-1680) 1645/46 Öl auf Leinwand H 143,5 cm, B 248 cm Inv.Nr. StMGö.GM.1893.036
Zusammen mit dem großformatigen Gemälde der „Belagerung Göttingens durch Octavio Piccolomini“ gehörte diese Darstellung der Belagerung durch Johann Tilly zur Ausstattung der Dorntze im Göttinger Rathaus. Die Präsentation war das Ergebnis einer gezielten Geschichtspolitik durch den Rat. Beide Gemälde sollten der Bevölkerung vermitteln, dass die Stadt große Katastrophen erlitten hatte, letztlich aber durch die Hilfe Gottes und die weise Regierung des Rates triumphierte.
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Aufblickender Heiliger (Der verlorene Sohn) Giovan Battista Beinaschi (um 1634–1688), zugeschrieben 2. Hälfte 17. Jahrhunderts Öl auf Leinwand H 71,8 cm, B 61 cm Schenkung Dr. Rudolf Meyer-Riefstahl Inv.Nr. StMGö.GM.1922.191
Das Brustbild eines jungen Mannes mit erhobenem Kopf und flehend zum Himmel blickenden Augen konnte im Rahmen der Forschung an einem Bestandskatalog der italienischen Gemälde in der Kunstsammlung der Universität Göttingen neu zugeschrieben werden. Vormals galt es als Werk des neapolitanischen Barockmalers Andrea Vaccaro (1604–1670). Das Gemälde wurde bereits 1923 als „Leihgabe aus der Städtischen Altertumssammlung“ an die Kunstsammlung der Universität übergeben.
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Porträt eines Mädchens Unbekannter Künstler 1732 Öl auf Leinwand H 104,5 cm, B 85 cm Inv.Nr. StMGö.GM.2013.053
Das repräsentative Porträt zeigt ein Mädchen in rotem Seidenkleid mit aufwändigem Spitzenbesatz. Sowohl die Kleidung als auch die Porzellanschale mit Kirschen verdeutlichen die luxurösen Lebensumstände der Dargestellten. Das Gemälde, das mit Unterstützung der Fielmann-Förderstiftung restauriert wurde, stellt noch einige Fragen an die Forschung. Die Jahreszahl „1732“ konnte an einer der Verstrebungen des Tisches ausgemacht werden, doch weder der Künstler noch die Porträtierte ließen sich bislang zweifelsfrei identifizieren.
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Bildnis des Gottfried August Bürger Johann Dominicus Fiorillo (1748-1821) um 1790 H 31,5 cm, B 26 cm Inv.Nr. StMGö.GM.1906.375
Johann Dominicus Fiorillo, der 1820 das Fach Kunstgeschichte mit einer ersten Professur in Göttingen begründete, leitete ab 1784 die Kupferstich- und Kunstsammlung der Stadt. Das Städtische Museum beherbergt seit 1906 eines der wenigen bekannten Gemälde, das Fiorillo selbst schuf: ein Halbporträt des Göttinger Dichters Gottfried August Bürger. Fiorillo war mit Bürger verwandt, der durch seine Erzählungen der „Feldzüge und Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen" berühmt wurde.
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Die Vermählung der Hl. Katharina Franz (1786-1831) und Johannes Riepenhausen (1789-1860) 1830 Öl auf Holz Leihgabe aus dem Kunstbesitz des Bundes Inv.Nr. StMGö.GM.1966.590.DLG
Die Göttinger Maler Franz (bis 1804 Friedrich) und Johannes Riepenhausen sind bedeutende Vertreter der Malerei des Klassizismus in Göttingen. Viele Arbeiten entstanden in Zusammenarbeit. Wie zahlreiche Künstler ihrer Zeit strebten die Brüder Riepenhausen einen Studienaufenthalt in Rom an, wo sie bis zu ihrem Lebensende verblieben. 1804 konvertieren beide Brüder zum Katholizismus und änderten ihre Vornamen. Das Gemälde ist eine Leihgabe aus Bundesbesitz und gehörte ursprünglich einer bislang unbekannten jüdischen Familie, der es in den Jahren der NS-Herrschaft unrechtmäßig entzogen wurde.
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Familie am Rathaus Georg Wilhelm Feistkorn (1811-1843) 1836 Öl auf Leinwand H 48,8 cm, B 51 cm Inv.Nr. StMGö.GM.1897.882
Georg Wilhelm Feistkorn erhielt zunächst eine Ausbildung zum Porzellanmaler. Die vorliegende Genredarstellung zeichnet sich durch die getreue Wiedergabe der lokalen Gegebenheiten aus. Das Gemälde zeigt eine fünfköpfige Familie, die an der Treppe des Göttinger Rathauses rastet. Im Hintergrund sind die Türme der St. Johannis-Kirche zu erkennen. Die Darstellung von Alltagsleben und Armut – hier eine reisende Familie mit wenigen Habseligkeiten – ist typisch für die Genremalerei des 19. Jahrhunderts.
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Tuchfabrik Levin Otto Eberlein (1827-1896) 1878 Öl auf Leinwand H 61 cm, B 84 cm Inv.Nr. StMGö.GM.1935.047
Das Gemälde zeigt die Tuchfabrik der Familie Levin in Grone, die sich durch fortschrittliche Mechanisierung zu einem der größten Industriebetriebe in Göttingen entwickelte. Die Fabrik in der Grätzelstraße war 1846 von Levin übernommen worden und blieb bis 1931 ein florierendes Unternehmen. Der Wohlstand der Familie Levin spiegelt sich auch in der stattlichen Villa an den Schillerwiesen wider, die lange unter dem Namen Fridtjof-Nansen-Haus firmierte.
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Porträt der Caroline Sophie Bartling Carl Wilhelm Friedrich Oesterley (1805-1891) 1846 Öl auf Leinwand H 36,1 cm, B 28,2 cm Inv.Nr. StMGö.GM.1937.032
Das Porträt zeigt Caroline Sophie Bartling, geborene Eggelin, die mit dem Professor der Botanik Friedrich Gottlieb Bartling verheiratet war. Ihr gemeinsames Grabmal kann noch heute auf dem Albani-Friedhof in Göttingen besichtigt werden. Der Maler Carl Wilhelm Friedrich Oesterley, der durch seinen Freund Georg Gottfried Gervinus mit dem Kreis der „Göttinger Sieben“ in Verbindung stand, zählte zu den gefragtesten Porträtisten seiner Zeit. Im Jahr 1844 erlangte er den Titel eines Königlich-Hannoverschen Hofmalers.
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Stillleben Hermann Hirsch (1861-1934) 1920 Öl auf Leinwand H 32 cm, B 45,5 cm Inv.Nr. StMGö.GM.2007.145
Nach Ausbildungsjahren an den Akademien in Berlin und Düsseldorf war Hermann Hirsch Mitglied verschiedener Künstlervereine in Berlin und Rom. Private Kontakte führten ihn nach Bremke (Lkrs. Göttingen), wo er ein Haus erwarb. Das herbstliche Stillleben mit einer Obstschale und Astern entstand hier. Er schuf zahlreiche Porträts von Göttinger Persönlichkeiten, aber auch sehr stimmungsvolle Architektur- und Landschaftsdarstellungen, die das Stadtbild Göttingens sowie seine malerische Umgebung festhielten. Angesichts wachsender antisemitischer Anfeindungen nahm sich Hirsch 1934 das Leben.
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Stopp Henry Hinsch (1909-1979) 1971 Öl auf Leinwand, Aluminium H 47,8 cm, B 58,6 cm Inv.Nr. StMGö.GM.1971.060
Henry Hinsch, 1909 in Nikolajew in der Ukraine geboren, kam 1945 als freischaffender Künstler nach Göttingen, wo er zunächst als Schrift- und Dekorationsmaler arbeitete. Zusammen mit Helmut Bönitz, Rudolf Petrikat und Erika Meyer-Bothling gründete er 1968 die Künstlervereinigung „Kreis 34“, die bis heute existiert. Das vorliegende Werk gehört zu seinen Werken in Assemblage-Technik, von denen das Städtische Museum eine kleine Gruppe ankaufen konnte. Der schriftliche Nachlass des Künstlers befindet sich im Stadtarchiv.
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