Apr 3, 2020

Praktikum leider unterbrochen…

Vor kurzem hat bei uns ein Fotografie-Projekt gestartet, dass für mehrere Wochen vorgesehen war. Wie kam es zu diesem interessanten Fotografie-Projekt? Die Beschäftigungsförderung Göttingen beteiligte sich an dem Mobilitätsprogramm für junge slowenische Erwachsene „Challenge Abroad“. Dafür haben sie Projektpartner gesucht und wir haben einer Fotografin einen Praktikumsplatz anbieten können. Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie musste es jedoch vorzeitig beendet werden.

In der kurzen Zeit bei uns – leider nur eine Woche – fotografierte die ausgebildete Fotografin Branka Keser aus Ljubljana ausgewählte Bestände. Diese Fotos werden nun nach und nach in die Datenbank eingebunden.

Im Außendepot wurden u.a. Objekte aus dem Sachgebiet Sport fotografiert. Das Tischtennisset ist aus dem Jahr 1975. Das Netz wurde von der Ernst Laube K. G., Schlotheim in Thüringen hergestellt, die Tischtennisbälle von der heute noch bestehenden Fa. Schildkröt, die Hersteller der Tischtennisschläger sind nicht bekannt. Der Ursprung der beliebten Sportart soll im 19. Jahrhundert liegen, ob in Indien oder Großbritannien ist nicht eindeutig zu belegen. 1926 fand in London die erste Tischtennisweltmeisterschaft statt und seit 1988 ist es eine olympische Sportart.

Die Schlittschuhe aus dem 18. Jahrhundert, bestehen aus Holz, Eisen und Leder. Bei unserem Schlittschuhpaar handelt es sich um sog. „Holländer“. Die Grundform des heutigen Schlittschuhs wurde im 16. Jahrhundert in den Niederlanden entwickelt. Im 18. Jahrhundert trugen die Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) und Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) maßgeblich durch Gedichte und Oden dazu bei, dass das Schlittschuhlaufen in Deutschland bekannt und populär wurde.

Die von Branca Keser erstellten Fotos sind sowohl für Druckerzeugnisse, im Internet als auch für unsere Datenbank nutzbar. So ist meine derzeitige Homeoffice-Arbeit mit den verschiedenen Daten und dem Bildmaterial und die wissenschaftliche Erschließung der Objekte gut zu nutzen für die Verdichtung der Daten in unserem Inventarisierungsprogramm und ermöglicht gleichzeitig, die Vielseitigkeit unserer Sammlung zu erkunden. Der Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen im Museum kann durch Email und Telefon gut aufrecht erhalten bleiben.

Die Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmer von „Challenge Abroad“ sind glücklicherweise wieder bereits seit Samstag, 21.3., in ihrem Heimatland, Slowenien. Und auch zu Branka besteht weiterhin Kontakt. Über ihre Eindrücke in der kurzen Zeit hat sie uns geschrieben:

„Walking through the shelves full of everyday utensils, sports equipment, furniture, toys, paintings, little statues and many more objects that entirely illustrate the life of their time, was like traveling through time. I enjoyed bringing these objects back to life by photographing them and I hope there will be more favorable time for me to come back and continue the work I started.”

„Durch die mit Alltagsgegenständen, Sportutensilien, Möbeln, Spielzeug, Gemälden, Statuen und vielen anderen Objekten, die Sachzeugen ihrer Zeit sind, gefüllten Regale zu gehen, war wie eine Zeitreise. Diesen Objekten durch das Fotografieren Lebendigkeit zu verleihen, war für mich eine Freude und ich hoffe, dass ich zu einem günstigeren Zeitpunkt zurückkommen kann und die Arbeit, die ich begonnen habe, zu Ende zu führen.“

Darüber würden wir uns auch sehr freuen und es gibt dann hoffentlich zu einem späteren Zeitpunkt wieder etwas Neues zu berichten.

Über Simone Hübner

Simone Hübner ist Kuratorin im Städtischen Museum Göttingen.