Zeitraum: 14. September 2008 - 11. Januar 2009

In Frauenhand: Eine kleine Geschichte der Handtasche

Die Damenhandtasche – Objekt zwischen Mythos und Mode, Form und Funktion. Kostümgeschichtlich ist die Handtasche eine relativ junge Erscheinung, die sich erst seit dem 19. Jahrhundert zu einem eigenständigen Accessoire entwickelte. Doch seit die Handtasche zur Damenmode gehört, ist sie nicht nur nützlicher Begleiter und Notfallkoffer der Frau, sondern auch Metapher für ihre Geheimnisse.

Flyer zur Ausstellung

Übersicht Sonderausstellungen

Die Damenhandtasche – Objekt zwischen Mythos und Mode, Form und Funktion. Kostümgeschichtlich ist die Handtasche eine relativ junge Erscheinung, die sich erst seit dem 19. Jahrhundert zu einem eigenständigen Accessoire entwickelte. Doch seit die Handtasche zur Damenmode gehört, ist sie nicht nur nützlicher Begleiter und Notfallkoffer der Frau, sondern auch Metapher für ihre Geheimnisse. Neben alltäglich Notwendigem wie Geld, Schlüssel, Papieren birgt sie auch sehr persönliche Dinge. Der Inhalt einer Tasche spiegelt die jeweilige Lebenssituation ihrer Trägerin wieder. Gleichzeitig ist sie funktionaler Gebrauchsgegenstand, aber auch das wichtigste Accessoire der Mode.

Ob Pailletten oder Plastik, Metall oder Kroko – kein Gebrauchsstück ist in so vielen unterschiedlichen Materialien produziert worden wie die Handtasche. Neue Techniken ermöglichten die Verwendung neuer Materialien und damit die Entwicklung eines neuen Stils. Auch Veränderungen in der ökonomischen und gesellschaftlichen Stellung der Frau beeinflussten die Handtaschenmode. Handtaschen sind damit ein Abbild kulturgeschichtlicher Entwicklungen.

All diesen verschiedenen Aspekten widmet sich diese Ausstellung: Anhand von über 300 Handtaschen wird die historische Entwicklung von Material, Mode und Gebrauch veranschaulicht. Präsentiert werden feinste Handarbeit, skurril anmutende Objekte, exotische Materialien, Alltagshandtaschen oder Improvisiertes aus Notzeiten.

Diese Fülle interessanter Objekte stammt ausnahmslos aus der Sammlung der Göttingerin Ursula Kayser. Mit Sachverstand und Begeisterung hat sie ihre außergewöhnliche Sammlung, die vor allem Taschen aus der Zeit zwischen 1830 und 1960 umfasst, über Jahrzehnte aufgebaut. Ursula Kayser hat durch ihre Bereitschaft, ihre einmalige private Kollektion dem Städtischen Museum zur Verfügung zu stellen, diese Ausstellung überhaupt erst ermöglicht. Darüber hinaus brachte sie ihr fundiertes Fachwissen ein und trug mit ihrem Engagement und ihrem Ideenreichtum entscheidend dazu bei, diese interessante und vielfältige Präsentation zu verwirklichen.

Die Ausstellung ist daher auch ein gelungenes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement, dessen Bedeutung für eine erfolgreiche Kultur- und Museumsarbeit gerade in heutiger Zeit nicht hoch genug einzuschätzen ist. Dafür gilt Ursula Kayser unser tiefempfundener Dank, der ausdrücklich auch die Bereitschaft und die Fähigkeit zu einer menschlich höchst angenehmen, zugleich stets sach- und zielorientierten Zusammenarbeit einschließt.