Jun 3, 2021

Auf die Freundschaft!

„Böhmisches Glas, roth mit Goldrand von gegen 1840“

Dieser Bescher wird in unserem Eingangsbuch als „Böhmisches Glas, roth mit Goldrand von gegen 1840“ beschrieben. Am 17. Juli 1894 kam er als Geschenk des Göttinger Waisenhaus Inspektors Friedrich Bruns in die Sammlung. 1823 wurde Bruns geboren und lebte in der unteren Maschstraße in Göttingen.

Über das geschliffene rote Becherglas mit dem vergoldeten Lippenrand und der floralen Goldmalerei ist zu sagen, dass diese Art von Gläsern auch Ranftbecher genannt werden und sich im Empire und Biedermeier als „Freundschaftbescher“ großer Beliebtheit erfreuten. Häufig sind sie aus böhmischem Glas gefertigt. Verwendet wurden sie in Kurorten zum Trinken von Quellwasser, oder sie wurden von dort als Andenken mitgebracht. Gefertigt wurden sie in Glashütten in der Umgebung der Badeorte. Neben schlichten Gebrauchsgläsern für die Trinkkur traten ab dem 18. Jahrhundert luxuriösere Gläser hervor, die aufwändig verziert wurden. Die Ausführung entsprach oft den modischen Vorstellungen der Kurgäste. Häufig waren sie einfarbig rot, gelb, blau oder bunt und von bauchiger, zylindrischer oder becherförmiger Gestalt.

Über Adina Eckart

Adina Eckart ist wissenschaftliche Volontärin im Städtischen Museum Göttingen.