Sonderausstellung

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Sonderausstellung NS-Provenienzforschung

      Sonntag 22. September 2019

"Gekauft aus dem Nachlass des Bankiers Max Frank"

Im Rahmen der Vortragsreihe zur Sonderausstellung Unter Verdacht. NS-Provenienzforschung im Städtischen Museum Göttingen spricht Museumsleiter Dr. Ernst Böhme über die direkte Übernahme von Kulturgut aus jüdischem Besitz durch das Städtische Museum.

Die Diskriminierung, Entrechtung, Vertreibung und Ermordung der deutschen Juden durch die Nationalsozialisten war begleitet von der rücksichtslosen Beraubung der Opfer. Dieser in der unmenschlichen Sprache der Nationalsozialisten als "Arisierung" verharmloste Raub betraf nicht nur hochwertige Kunstwerke, sondern umfasste den gesamten Besitz der jüdischen Bevölkerung: Immobilien, Geschäfte, Möbel, Haushaltsgeräte, Kleidung, Betten, Kinderspielzeug – einfach alles. Nutznießer waren nicht nur Staat und Stadt, sondern auch zahlreiche ganz normale Göttinger, die auf Auktionen das ehemalige Eigentum ihrer früheren jüdischen Nachbarn kauften. Auch das Städtische Museum unter seinem Leiter Otto Fahlbusch nutzte die Chancen, die sich durch die "Arisierung" boten, um seinen Sammlungsbestand systematisch zu erweitern.

Der Referent zeichnet nach, wie das Städtische Museum als erstes stadtgeschichtliches kommunales Museum Niedersachsens seine Bestände auf "arisierte" Objekte überprüft hat. Dabei konzentrierte sich das Museum zunächst auf Kulturgut, das unmittelbar von Göttinger Juden ins Museum gelangte. Einen Schwerpunkt des Vortrags bilden neben den Werken des Künstlers Hermann Hirsch die Objekte, die das Ehepaar Max Raphael und Gertrud Hahn an das Museum verkaufen musste, und die 2014 den Erben in einem feierlichen Akt zurückerstattet werden konnten.

Beginn 15:00 Uhr im Veranstaltungsraum des Museums

Kosten 2 EUR