Sonderausstellung

Flyer | Eintritt | Führungen | Vorträge | Fotos | Danke!


Sonderausstellung 1968

      Sonntag 5. August 2018

Berufsverbote nach 1968

Politische Verfolgung in der Bundesrepublik

Vortrag von Bernd Lowin im Rahmen der Vortragsreihe zur Sonderausstellung Klappe auf! 68er Bewegung in Göttingen

Die erste Antwort von Politik, Rechtsprechung, Polizei und Geheimdiensten auf die Massenproteste der 68er Bewegung war Repression. Ein wesentliches, neuartiges Instrument zur Unterdrückung der Bewegung waren die Berufsverbote.

Die Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder verabschiedete schließlich am 28. Januar 1972 den sogenannten Radikalenerlass. Die Folgen: Etwa 3,5 Millionen Personen wurden politisch überprüft. Mehr als 10.000 Berufsverbotsverfahren wurden eingeleitet, etwa 2250 Bewerberinnen und Bewerber nicht in den öffentlichen Dienst eingestellt und 256 Beamtinnen und Beamte entlassen. In dem Vortrag wird das gesellschaftliche Klima der damaligen Zeit lebendig. Gleichzeitig wird auf die historischen Vorbilder und die Konsequenzen dieser Politik der Einschüchterung verwiesen. Schließlich werden die Entwicklungen der jüngsten Zeit aufgezeigt. Anfang 2018 hat die "Niedersächsische Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der Schicksale im Zusammenhang mit dem sogenannten Radikalenerlass", gestützt auf eine Arbeitsgruppe, die Dokumentation mit dem Titel "Berufsverbote in Niedersachsen 1972-1990" vorgelegt.

Bernd Lowin hat als Betroffener in der o.g. Arbeitsgruppe mitgearbeitet. Lowin unterrichtete Politik und Erdkunde und war bis 2014 15 Jahre Didaktischer Leiter an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Göttingen.

Beginn 15:00 Uhr im Tapetensaal des Museums

Eintritt